Alles nur Motivation ... oder?

In diesem Essay möchte ich einen kurzen Überblick über den Begriff der Motivation geben und alltägliche Faktoren ansprechen, welche Einfluss auf die Leistung und Einsatzbereitschaft von Mitarbeitern haben. Aufgrund der nur kurzen Betrachtung des Motivationsbegriffes in diesem Text sollte man die dargebotenen Erkenntnisse und Sichtweisen nicht als endgültige Lösungen begreifen. Die Motivation ist ein komplexes und bei jedem einzelnen Menschen sehr spezifisches Gebilde, welches demzufolge auf die Eigenheiten und Besonderheiten der jeweiligen Personen angepasst werden muss.

Motivation von Mitarbeitern ist eine der wichtigsten aber auch schwierigsten Aufgaben von Führungskräften. Das richtige Maß, um seine Mitarbeiter zu höherer Leistung und Arbeitszufriedenheit zu führen, ist nicht immer leicht zu finden.
Es wurden zahlreiche Bücher zu diesem Thema geschrieben, so dass man nur in die nächste Buchhandlung gehen muss, um sich darüber zu informieren und am Ende doch wieder nur eines festzustellen ... Warum fragt eigentlich keiner die Mitarbeiter, was sie wollen?

Was ist nun also Motivation. Wenn man diesen Begriff hört, denkt man meistens gleich an die Steigerung einer mehr oder weniger definierten Leistungsvorgabe oder den Versuch, Personen zur Erhöhung ihres persönlichen Einsatz zu bewegen. Doch wie und warum leisten einige Menschen eigentlich mehr als andere und was treibt diese Menschen dazu an?

Meistens fängt alles mit Bedürfnissen an. Menschen haben Bedürfnisse, welche sich im Laufe des Lebens verändern und mit der persönlichen Entwicklung voranschreiten. Man schafft sich seine persönliche Hierarchie der Bedürfnisse, so dass bestimmte Bedürfnisse eine höhere Bedeutung haben als andere und so ihre Realisierung wichtiger erscheint.
In diesem Zusammenhang spielen Motive eine zentrale Rolle. Motive werden auch als Beweggründe des menschlichen Verhaltens bezeichnet. Sie dienen also als Antrieb, um eine Handlung auszuführen. Dabei bilden die stärkeren Motive einen höheren Anreiz und verdrängen schwächere Motive.

Um diese Begriffe nun in einen Zusammenhang zu bringen kann man festhalten, dass die Umwelt dem Menschen Anreize bietet, welche in wechselseitiger Beziehung mit den Motiven stehen und diese anregen. Aus diesem wechselseitigen Zusammenhang entsteht Motivation, welche dazu dient, das „Warum“ des menschlichen Handelns zu erklären.

Anreiz ↔ Motiv = Motivation

Bevor ich im Weiteren noch ein wenig auf diesen Zusammenhang eingehen werde, hier eine allgemeine Definition der Motivation nach Zimbardo:

"Motivation: Umfassender Begriff, der sich auf das Ingangsetzen, Steuern und Aufrechterhalten von körperlichen und psychischen Aktivitäten bezieht. M. verweist auf interne Variablen und Prozesse und trägt zur Erklärung beobachteter Verhaltensänderungen bei." (nach Zimbardo et al., S. 792)

Kommen wir nun noch einmal auf die Anreize zurück. Man kann diese in extrinsische und intrinsische Anreize unterteilen. Extrinsische Anreize spiegeln sich in Konsequenzen wider, welche einem durch einen äußeren Nutzen dargeboten werden. Zu diesen äußeren Anreizen zählen u.a. Belohnungen, Beförderungen, die Vermeidung von Strafen oder auch Anerkennungen. Sie spielen für das eigene Handeln die ausschlaggebende Rolle und regen so die Person an.

Im Gegensatz zu den extrinsischen Anreizen erfolgt der Antrieb bei den intrinsischen Anreizen von innen her kommend. Die Person führt eine Handlung wegen der Handlung selber aus.

Beide Formen der Anreize haben ihre Berechtigung bei der Motivation von Mitarbeitern und sollten so eingesetzt werden, dass man differentielle Anreizsysteme schafft, welche die unterschiedlichen Motive der Mitarbeiter ansprechen. Dadurch kann das Motivierungspotential der Arbeitsaufgaben erhöht werden, so dass die Arbeit selber dazu führt, die Mitarbeiter zu motivieren.

Um es klar auf den Punkt zu bringen. Wenn die Mitarbeiter von sich aus eher intrinsisch motiviert sind, sollte man sie dabei unterstützen, diese Eigenmotivation hoch zu halten. Diese Personen wollen sich weiterentwickeln. Sie brauchen dazu aber auch den Rückhalt und die Unterstützung ihrer Vorgesetzten, so dass sie ihre eigenen Kompetenzen ausbauen und sich neue aneignen können. Wenn es dann aber doch einmal zu einem „Leerlauf“ kommen sollte, da vielleicht routinemäßige Aufgaben zu erledigen sind, welche zweifellos zum alltäglichen Geschäftsleben gehören, kann man diesen mit Methoden der extrinsischen Motivation ausgleichen. Extrinsische Methoden können unterstützende Wirkung haben, welche dennoch richtig eingesetzt werden müssen. Als Beispiel sind hier u.a. Belohnungen zu nennen, die als Anreiz dienen können aber auch zeitnah zu erfolgen haben. Wenn keine zeitnahe Durchführung der Belohnung erfolgt, geht ihre stärkende Wirkung verloren. Die Person setzt die Belohnung nicht mehr in Zusammenhang mit der Handlung, welche dazu geführt hat.

Neben der Belohnung und Förderung der Mitarbeiter, sollte man auch immer die Belastungen auf die Mitarbeiter im Überblick behalten. Dazu im Folgenden einige Worte zur Belastung, Stress und Druck bei Mitarbeitern.
Wer sich gerne über das Betriebsklima in Unternehmungen informieren möchte, kann in dem Buch Betriebsklima in einer Forschungseinrichtung sicherlich einige interessante Anhaltspunkte finden.

(C) faustas Mai, 2009
  • "Psychologie", Zimabardo, Gerrig, 1999, 7. Auflage

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Nette Einführung in das

Nette Einführung in das Thema.