Belastung ist nicht gleich Belastung

In diesem Essay möchte ich versuchen, den Begriff Stress mit einfachen Worten zu erklären. Es soll als Hilfe und Startpunkt dienen, um den Begriff zu verstehen und sich später noch detaillierter mit ihm beschäftigen zu können.

In den kommenden Jahren werde ich diesen Text vielleicht noch erweitern, oder an bestimmte Stellen anpassen. Dies hängt mit der persönlichen Entwicklung zusammen, welche wir alle durchleben. Wir alle machen neue Erfahrungen, sammeln beständig Wissen und entwickeln uns weiter. Das ist der Lauf des Lebens, welcher uns alle als das kennzeichnet, was wir nun einmal sind: Menschen in einer sich ständig verändernden und voranschreitenden Welt.

Mitarbeiter wollen oder müssen oftmals an ihrem Leistungslimit agieren oder verspüren eine erhöhte Belastung und Stress bei ihrer täglichen Arbeit. Diese Folgen der Arbeit beeinflussen ihre Leistung und haben damit auch einen direkten Einfluss auf die Firma selber, in der diese Mitarbeiter tätig sind.

Was ist nun aber Stress, wie kann man diesen Begriff fassbar machen und wie kann man ihn erklären oder beschreiben?
Stress wird allgemein als ein subjektiver Spannungszustand verstanden, welcher von der Person, die diesem Stress ausgesetzt ist, als besonders intensiv erlebt und als unangenehm empfunden wird.
Das Zustandekommen dieses Zustandes beruht auf Folgenden Punkten. Die Person befürchtet, eine bereits eingetretene oder als subjektiv nah scheinende Situation höchstwahrscheinlich nicht in ihrer Ganzheit kontrollieren zu können. Dadurch hegt sie eine Abneigung gegen diese Situation und empfindet sie als subjektiv lang andauernd. Dies führt dazu, dass es für die Person subjektiv wichtig erscheint, diese Situation zu vermeiden oder schnellstmöglich zu beenden.

Im vorigen Teil konnte man klar erkennen, dass die subjektive Bewertung von Faktoren eine hohe Relevanz für den Begriff Stress besitzt. Solche Faktoren lösen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit Stress aus und werden in der Literatur auch Stressoren genannt. Einige bekannte Stressoren sind u.a.:

  • Arbeitsplatzunsicherheit
  • Konflikte
  • Unter- und Überforderung
  • Lärm

An diesem Punkt muss man eines klar herausstellen. Es gibt verschiedene Arten von Stress. "Positiven" und "Negativen". Eigentlich sollte man nicht die Wörter positiv und negativ in Bezug auf Stress verwenden, da der Begriff Stress eigentlich neutral zu verstehen ist. Aber zur Verdeutlichung meines Anliegens ist es ein guter Ansatzpunkt. Wenn ich von "positivem" Stress spreche, meine ich ein Mindestmaß an Belastung, welche über einer Unterforderung liegt. Wenn nämlich Unterforderung auftritt, kann dies genauso zu Stress und einer Belastung für den Organismus führen, wie eine Überforderung. Bei einer Überforderung kann man auch von "negativem" Stress sprechen. Dabei geht die Belastung über ein gesundes Maß hinaus und kann so schädlichen Einfluss auf den Organismus haben. Unter so einer erhöhten Belastung arbeiten Mitarbeiter schlechter und auch ineffizienter. Es treten häufiger Fehler auf und die Leistungsgeschwindigkeit verringert sich.

Als wichtige Erkenntnis soll bis zu diesem Punkt eines festgehalten werden:

STRESS IST KONTRAPRODUKTIV

Dabei gehe ich wieder von dem Maß an Stress aus, der über ein gesundes Mindestmaß vorhanden ist und so dem Mitarbeiter schädigen kann. Dies führt zu einigen interessanten und äußerst wichtigen Erkenntnissen, welche sehr schön in dem Buch "Der Termin" von Tom DeMarco beschrieben worden sind. Sie lauten wie folgt (Kapitel 15, 'Schnelldenker', S. 174):

  • "Menschen unter Druck denken nicht schneller."
  • "Mehrarbeit über einen längeren Zeitraum hinweg ist eine Methode zur Produktivitätssenkung."
  • "Kurze Perioden der Anspannung und sogar der Mehrarbeit können eine sinnvolle Taktik sein, weil sie die Konzentration der Mitarbeiter bündeln und das Gefühl für die Wichtigkeit der Arbeit erhöhen. Mehrarbeit über einen längeren Zeitraum hinweg aber ist immer ein Fehler."
  • "Vielleicht setzen Manager Druck deshalb so oft ein, weil sie nicht wissen, was sie sonst tun sollen, oder die schwierigen Alternativen scheuen."

Wenn man die Belastung seiner Mitarbeiter auf ein vernünftiges und motivierendes Maß gehievt hat, kann man sich um die eigentliche Mitarbeitermotivation kümmern. Dazu einige Worte in dem folgenden Artikel zur intrinsischen und extrinsischen Mitarbeitermotivation.
Neben der Motivation hat auch das Betriebsklima immer mehr an Bedeutung gewonnen. Dazu kann in dem Buch Betriebsklima in einer Forschungseinrichtung einiges nachgelesen werden.

(C) faustas 2009
  • "Der Termin"; DeMarco, Tom; Hanser; 1998